Campbell: "Biologie", Spektrum-Verlag, 1. korrigierter Nachdruck 1998

Monoklonale Antikörper – Methoden: Hybridomtechnologie zur Herstelung monoklonaler Antikörper

Die hier beschriebene Methode ermöglicht die Produktion großer Mengen reiner Antikörper, die nur mit einer einzigen antigenen Determinante (Epitop) reagieren. Die in dem Schema gezeigte Anwendung ist die Herstellung monoklonaler Antikörper zum Nachweis von humanem Choriogonadotropin (HCG), einem Hormon in Blut und Urin von Schwangeren. Als erstes wird eine Maus mit dem Antigen von Interesse (in diesem Fall HCG) dreimal in Abständen immunisiert. Nach Entwicklung einer starken Immunantwort – nach etwa 2 Monaten – wird die Maus getötet und die Milz entnommen. Unter den Milzzellen sind neben B-Lymphozyten aller möglichen Spezifitäten auch viele verschiedene HCG-reaktive B-Zellen. Diese normalen Lymphocyten kann man durch Fusion mit Myelomzellen, die als Tumorzellen unbegrenzt wachsen, immortalisieren. Die in diesem Verfahren verwendeten Myelomzellen sind Mutanten mit einem genetischen Defekt; sie überleben nicht, wenn ihnen ein bestimmter Nährstoff im Medium fehlt. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn er erlaubt eine Selektion der Zellen, die korrekt fusionieren.
Die Milz-Lymphocyten und die Myelomzellen werden auf eine Weise gemischt, die ihre Fusion fördert. Manche der Zellen fusionieren und werden zu Hybridomen, andere fusionieren nicht oder aber mit einem gleichartigen Partner. Alle diese Zellen kommen dann in Kulturschalen mit dem Mangelmedium. Die verbliebenen Myelomzellen sterben ab. Normale Lymphocyten überleben zunächst, aber nur für wenige Tage, denn sie sind nicht immortalisiert. Nur die Hybridomzellen überleben dauerhaft, denn das Lymphocytengenom stellt das Wachstumsgen, und das Myelomgenom stellt das Immortalitätsgen.
Nun werden die überlebenden Zellen mehrfach stark verdünnt und getrennt kultiviert und so sichergestellt, daß man es mit reinen Klonen zu tun hat. Dabei wird getestet, welche Klone Antikörper gegen HCG produzieren. Positive Klone können dann in großem Maßstab gezogen werde.
Monoklonale Antikörper gegen HCG sind eine empfindliche und spezifische Sonde zum Nachweis von HCG im Blut oder Urin von Schwangeren. Da HCG ein Produkt des Embryos ist, zeigt eine positive Reaktion des Antikörpers zuverlässig eine Schwangerschaft an.