Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

RNA-Synthese

Die RNA wird von RNA-Polymerasen synthetisiert, die aus mehreren Polypeptiduntereinheiten bestehen. Als Matrize dient im allgemeinen doppelsträngige DNA; als Bausteine werden die Nucleotidtriphosphate (ATP, GTP, UTP, TTP) verwendet. Die RNA-Polymerase bindet an einer bestimmten Basensequenz der Matrize, dem sog. Promotor, und bewegt sich entlang der DNA. Die beiden DNA-Stränge müssen sich während der Transkription voneinander trennen. Die Transkription beginnt stets mit einem Purintriphosphat an bestimmten Startsequenzen der DNA (Initiation) und schreitet dann in 5'-3'-Richtung fort (Elongation), wobei etwa 30-50 Nucleotide pro Sekunde polymerisiert werden. Im Verlauf der Elongation löst sich die RNA von der Matrize, bleibt aber über die Polymerase mit der DNA verbunden. Nach Beendigung der Transkription (Termination) löst sich das Transkript von der RNA-Polymerase und der DNA ab. Der Transkriptionsvorgang kann elektronenmikroskopisch als "Momentaufnahme" sichtbart gemacht werden (Abb. 2.9). Die zentrale Achse einer Transkriptionseinheit bildet die DNA. Jede Transkriptionseinheit wird von zahlreichen RNA-Polymerasen gleichzeitig transkribiert. Während Polymerasemoleküle nahe am Startpunkt nur mit sehr kurzen Transkripten assoziiert sind, nimmt die Kettenlänge der RNA mit wachsendem Abstand zum Startpunkt bis zum Terminationspunkt zu. Während der Elongation binden die Transkripte an spezifische Proteine und bilden kleine Ribonucleoproteinpartikel. Das primäre Transkript wird anschließend in kleinere RNA-Moleküle gespalten, die nach ihrem Sedimentationswert mit 5,8s-, 18s- und 28s-rRNA (Abb 2.43) bezeichnet werden.