Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Cytoplasmatische Vererbung

Sie erfolgt nicht nach den Mendelschen Regeln und soll am Beispiel der Mitochrondrien, die über ein eigenes Genom (aus DNA) verfügen, erläutert werden.
Am besten kann die Genetik der Mitochodrien bei Hefezellen untersucht werden, da diese Zellen nicht nur aerob, sondern auch anaerob leben können und damit ohne funktionelle Mitochondrien auskommen. Bei Hefezellen tritt ein Typ von Mutationen auf, die kleinere Kolonien erzeugen und deshalb als petite (rho-) bezeichnet werden. Kreuzt man eine petite-Zelle (rho-) mit einer Wildtypzelle (rho+), entsteht eine heterozygot-diploide Zelle (rho-/rho+), aus der nach der Meiose 4 haploide Sporen entstehen, die alle rho+ sind und große Kolonien bilden. Nach den Mendelschen Regeln würde man jedoch eine Aufspaltung in je zwei rho+- und zwei rho--Sporen erwarten. Die beobachtete 4:0-Segregation ist für cytoplasmatische Vererbung charakteristisch. Die rho--Mutanten enthalten Deletionen in der mitochondrialen DNA (mtDNA). Da die diploide Zygote etwa 100 Mitochondrien (50 rho+ und 50 rho-) enthält, erhalten sämtliche Nachkommensporen genügend rho+-Mitochondrien, die ein rasches Wachstum ermöglichen, so daß nur große Kolonien entstehen. Unter den Nachkommen dieser rho+-Zellen, die sowohl rho+- als auch rho--Mitochondrien enthalten, segregieren später wieder rho--Zellen heraus.