Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Histongene

Beim Seeigel (Psammechinus miliaris) findet man etwa 400 Kopien eines ca. 6 kb langen DNA-Segments, das tandemrepetiert ist und je ein Gen für die fünf Histonproteine H1, H2A, H2B, H3 und H4 enthält.

Abb. 2.43: Organisation des Genoms.
A: Die Globingenfamilie des Menschen. Funktionelle Gene sind als farbige Rechtecke, Pseudogene als graue Rechtecke gezeichnet. Die Pfeile geben die Transkriptionsrichtung an. Die schwarzen Dreiecke bezeichnen Alu-Sequenzen (mobile repititive Elemente)
B: Tandemrepetierte Gene. Oben: Ribosomale RNA-Gene von Xenopus laevis. Die ca. 500mal repetierten Transkriptionseinheiten bestehen aus einem externen (ETS) und internen transkribierten Spacer (ITS) sowie je einem Segment, das für 18s-, 5.8s- und 28s rRNA codiert. Zwischen den Transkriptionseinheiten liegen nichttranskribierte Spacer (NTS). Siehe auch Abb. 2.9. Unten: Histongene des Seeigels Psammechinus miliaris. Eine Histonuntereinheit besteht aus je einem Gen für Histon H1, H4, H2B, H3 und H2A. Diese Gengruppen sind etwa 400mal tandemrepetiert.

 

Während die DNA-Sequenz innerhalb der codierenden Abschnitte stark konserviert ist, divergieren die Spacer-Sequenzen bei verschiedenen Spezies. Bei drei genau untersuchten Seeigelarten liegen alle Gene auf dem gleichen Strang, bei Drosophila sind dagegen zwei Gene auf dem einen und drei auf dem anderen Strang lokalisiert. Diese Konfiguration kann nur durch mindestens zwei Inversionen entstanden sein. Es wäre denkbar, daß tandemrepetierte Gene als Gengruppe kontrolliert und transkribiert würden; bis heute hat man jedoch keinen Nachweis für polycistronische mRNA erbringen können. Vielmehr scheinen die Histongene einzeln übersetzt zu werden, und jedes Gen verfügt über einen eigenen Promotor und eigene Prozessierungssignale für die Termination.