Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Hormonresponsive Elemente (HRE)

Abb. 2.46 zeigt den Ablauf einer hormonellen Steuerungskette von der Ausschüttung des Hormons bis zur Regulierung der Genaktivität am Beispiel eines Steroidhormons.

Abb. 2.46: Regulation der Genaktivität durch Steroide.
 Das Steroidhormon dringt durch die Plasmamembran (Pm) ins Cytoplasma (Cy) ein.
Es bindet an den entsprechenden Rezeptor.
ƒ Der Steroidrezeptorkomplex bindet an das hormonresponsive Element (HRE) der DNA.
Mit zwei weiteren Transkriptionsfaktoren (TBF und TF), die an die TATA-Box bzw. die Regulationssequenz (URS) binden, und der RNA-Polymerase bildet er einen aktiven Transkriptionskomplex, der das hormoninduzierbare Gen aktiviert.
Kh = Kernhülle
Nu = Nucleus

Steroide sind niedermolekulare, fettlösliche Substanzen, die die Plasmamembran passieren können. Sie wirken jedoch nicht direkt auf die zu regulierenden Gene, sondern binden stereospezifisch an bestimmte Rezeptorproteine (Schlüssel-Schloß-Prinzip). Der Steroidrezeptor ändert daraufhin seine Struktur in einer Weise, daß er nun seinerseits an spezifische Kontrollelemente der DNA binden kann. Diese Kontrollelemente liegen meist in der Nähe des Promotors der hormoninduzierten Gene und werden als hormonresponsives Element (HRE) bezeichnet. Der Hormonrezeptorkomplex bindet an dieses Kontrollgen und vermag die Transkriptionsrate auf ein Vielfaches zu stimulieren.