Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Rekombinationsmechanismus für Kappa in Maus

Der Rekombinationsmechanismus für die leichte Immunoglobulinkette Kappa in Maus ist in Abb. 2.50 schematisch dargestellt.

Abb. 2.50: Somatische Rekombination der Immunoglobulingene der Maus.
Rekombination der variablen Region (V-J) bei der leichten Kette Kappa.
 Genstruktur in der Keimbahn
C = konstantes Exon
Ck = konstante Region
Jk, Vk = variable Regionen
J1-4 = Verbindungsexons
L1-n = Leader-Exons
R, R' = Erkennungssequenzen für Rekombinationsenzyme
ƒ enthält ein zusätzliches J-Segment, das beim Verspleißen der RNA entfernt wird. Die reife mRNA wird in eine leichte Kappa-Kette übersetzt.

In den Keimzellen und allen somatischen Zellen (außer den B-Lymphocyten) liegen variable und konstante Genabschnitte auf dem gleichen Chromosom weit voneinander entfernt. Das aktive Gen wird durch somatische Rekombination – entweder durch Deletion oder Inversion – zusammengebaut. Als erstes werden zufällig ausgewählte V- und J-Segemente der variablen Region miteinander verbunden. Dabei dienen die Sequenzen R und R' als Erkennungsmarken für Enzyme, die diesen ortsspezifischen Rekombinationsvorgang katalysieren. Die dazwischenliegenden DNA-Sequenzen werden herausgeschnitten und – z.B. die Segmente V2 und J3 – neu miteinander verknüpft. Das rekombinierte Gen wird aktiv und produziert ein primäres Transkript, das noch ein zusätzliches J-Segment (J4) enthält. Dieses Segment wird beim Verspleißen des Transkripts entfernt, so daß eine mRNA entsteht, in der ein VJ-Segment der variablen Region mit einer konstanten Region C vereinigt ist. Wenn beide Regionen – die variable und die konstante – auf dem Chromosom gleich orientiert sind, besteht die Rekombination aus einer Deletion, bei umgekehrter Orientierung aus einer Inversion.