Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Entstehung unterschiedlicher Gradienten der Maternaleffektgenprodukte im Drosophila-Ei

Die bcd-mRNA wird in den Nährzellen synthetisiert und über Cytoplasmakanäle ins Ei transportiert, wo sie am Vorderpol akkumuliert und eine "Kappe" bildet. Diese cytoplasmatische Lokalisation beruht auf einer Bindung der bcd-mRNA an "Ankermoleküle" im corticalen Eicytoplasma. Im unbefruchteten Ei wird die bcd-mRNA nicht übersetzt. Erst nach der Befruchtung, wenn sie sich von ihrer Verankerung löst und durch DIffusion einen Gradienten bildet, findet die Translation statt. Das bcd-Protein bildet ein steiles antero-posteriores Konzentrationsgefälle. Injektionsexperimente mit reiner bcd-mRNA haben gezeigt, daß bcd tatsächlich die Bildung von vorderen Körpersegmenten induzieren kann und eine morphogene Substanz ist, die als anteriore Determinante wirkt. Fehlt das bcd-Genprodukt, fehlen auch Kopf und Thoraxsegmente.