Zusammenfassung Wehner-Gehring: "Zoologie", 22. Auflage (Thieme, Stuttgart)

Insulin

In den Langerhans-Inseln des Pankreas (bei Neunaugenlarven auch in der Darmschleimhaut) wird Insulin gebildet, entfaltet seine Wirkung auf dreifache Weise: es erhöht vor allem in Muskel- und Leberzellen die Aufnahme von Glucose aus dem Blut, stimuliert glucoseverbrauchende und hemmt glucoseliefernder Prozesse. Andere Hormone, v.a. Glucagon, Adrenalin und Glucocorticoide, wirken auf mehrere der beteiligten Enzelprozesse antagonistisch.

Einer der Antagonisten (Adrenalin) des Nebennierenmarks verdient eine besondere Hervorhebung. In Zuständen von Erregung und Streß, in Notfallsituationen wie Unterkühlung, Verbrennung oder Hypoglykämie wird Adrenalin verstärkt ausgeschüttet. Seine vielfältigen Wirkungen (z.B. Mobilisierung von Glucose in Leber und Muskeln, erhöhte O2-Zufuhr durch Steigereung der Herzschlagfrequenz und vermehrte Freisetzung von Erythrocyten aus der Milz, Verminderung der Darmperistaltik und -durchblutung) sind alle so aufeinander abgestimmt, daß sie den Körper in erhöhte Alarm- und Arbeitsbereitschaft versetzen ("ergotrope" Reaktion, Fight-or-flight-response). Das sympatische Nervensystem (Abb. 6.16), das synergistisch auf die gleichen Endorgane wirkt und an seinen postganlionären Neuronen als Transmitter Noradrenalin freisetzt, wird unter den gleichen Bedingungen aktiviert: ein weiteres Beispiel neurohormonaler Kooperation (Sympaticus-Nebennierenmark-System, Cannon-Streßsyndrom).