Je nach Art der Zielzellen setzt der second messenger unterschiedliche Prozesse in Gang. Die ausgelösten Enzymreaktionen beginnen fast stets damit, daß cAMP eine Proteinkinase aktiviert, indem es sich an die regulatorische (meist inhibitorische) Molekülkomponente der Kinase anlagert und so eine katalytische Komponente freisetzt. Im Falle der adrenalinstimulierten Leberzellen startet letztere eine Enzymkaskade, anderen Ende Glykogen zu Glucose gespalten wird (Abb. 5.2A1).
***Abb.5.2,S.333***
Neben cAMP wirken in vielen Zelltypen Ca2+-Ionen als second messenger. Möglicherweise stellen sie sogar den am weitesten verbreiteten Typ eines internen chemischen Signals dar. Da die intrazellulären Konzentrationen an freiem Ca2+ normalerweise nur sehr gering sind (ca. 10-7 mol l-1, damit niedriger als in destilliertem Wasser!), führen bereits kleine Absolutänderungen zu großen prozentualen Änderungen von freiem Ca2+ in der Zelle. Ihre Wirkung entfalten Ca2+-Ionen über die Aktivierung Ca-bindender Proteine, von denen Calmodulin in jeder Eukaryotenzelle vorkommt. Der Ca2+-Calmodulin-Komplex setzt dann weitere Enzymreaktionen in Gang. In der Muskelzelle steuert ein dem Calmodulin verwandtes Ca2+-bindendes Protein (Troponin C) den Kontraktionsprozeß.