Wie Untersuchungen an südostasiatischen Tupajas (Tupaja belangeri) zeigen, ist bei unterlegenen Tieren, die sich aktiv durch Flucht oder direkte körperliche Konfrontation mit ihrer subdominanten Funktion auseinandersetzen, die Sympaticus-Nebennierenmark-Aktivität (Cannon-Streßsyndrim) erhöht. Langfristig führt diese erhöhte Aktivität zu kardiovaskulären Schäden. Bei Tieren, die sich passiv mit ihrer rangtiefen Situation abgeben (sich z.B. ständig in eine Ecke ihres Käfigs verkriechen), beobachtet man dieses Syndrom nicht. Bei ihnen erfolgt dagegen eine Aktivierung des Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems (Selye-Streßsyndrom): Die vermehrte Ausschüttung von ACTH und in dessen Folge von Cortisol und Corticosteron äußert sich in einer deutlichen Größenzunahme der Nebennierenrinde und führt zu einem starken Abbau von Muskulatur und Fettgewebe. Gleichzeitig schwächt ein Rückgang der Lymphocytenzahl das Immunsystem der Tiere, die bei chronisch anhaltendem sozialen Streß nach 1-2 Wochen sterben.